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(Blind-)Staging in 1190 Wien

Die Option auf eine opulente Dachwohnung – inklusive Dachterrasse – in einem Wiener Gründerzeithaus in bester Ruhelage samt ungetrübtem Blick ins Grüne, sollte normalerweise genügend kaufwillige Interessenten zeitigen. Doch ohne entsprechendes Ambiente nützt die beste Lage nichts. Dies zu bewerkstelligen, war nur die eine Hälfte der Aufgabe, die zweite – weit schwierige – war es, das Ziel nicht mit Leihmöbel unserer Wahl, sondern mit vorhandenem Mobiliar (aus dem Fundus der Besitzerin) zu erreichen. „Blindstaging“ im wahrsten Wortsinn.

Aufgabe

Stagen einer zweigeschoßigen Dachwohnung samt Dachterrasse (Gesamtfläche ca. 108 m2) inkl. kompletter Räumung. Ohne Leihmöbel.

Wohnraum mit angeschlossenem Küchenbereich

Die primäre Zielsetzung lautete, dem mit Mobiliar überfrachteten Wohnbereich seine ursprüngliche Großzügigkeit zurückzugeben. So wurde der Raum „entrümpelt“ und mit nur wenigen, aus dem Fundus der Besitzerin stammenden, Möbeln neu definiert Ein heller Überwurf für das Schlafsofa oder ein Kuhfell unterhalb des Couchtisches sind simple Akzente mit großer Wirkung. Weniger Möbel und mehr Helligkeit unterstreichen nicht nur das Raumvolumen, sondern rücken die gelungene Kombination aus Kachelofen und offenem Kamin in den Mittelpunkt des Geschehens.

Der angrenzende Küchenbereich der sich als gemauerte provenzalische Küche darstellt, wurde mit einigen kleinen Accessoires bestückt und an der Längsseite mit einem verchromten Barhocker „modernisiert“.

Badezimmer

Um die vorhandene "Aquadomo"-Ausstattung von Bad und WC zu unterstreichen, wurde auch hier radikal ausgeräumt. So kommt das zeitlos elegante Ambiente aus Armaturen und Keramik besonders gut zum Tragen.

Oberer Wohnbereich

Der über eine offene Holztreppe begehbare obere Wohnbereich strahlt durch seine tief liegende Dachschräge eine besonders angenehme Charakteristik aus. Allerdings besteht durch ein Zuviel an Mobiliar immer die Gefahr der Beengtheit. Deshalb gilt auch hier: „Weniger ist mehr“. Einem spontanen Gedanken folgend, wurde eine Eigenkreation aus Europaletten(!), Matratze und grauem Überwurf gestaltet, die ein Rollbett symbolisiert – dieses demonstriert potentiellen Käufern, dass der Raum auch perfekt als Schlafbereich nutzbar ist, indem man das Bett unter die Dachschräge rollt, um tagsüber Platz zu gewinnen.

Dachterrasse und Wintergarten

Die luftige Dachterrasse und der transparente Wintergarten mit Blick in den Park sind zweifelsohne die Highlights der urbanen Immobilie. Der Wintergarten, wurde mit einer einfachen, aber sinnvoll nutzbaren Frühstücksecke versehen, während die Dachterrasse durch die Teakholzmöbel einen klassisch, eleganten Touch erhielt. Die natürlich ergraute Holzoberfläche der Möbel ist dabei ein durchaus erwünschter, optischer Effekt.

Details

Durch Mobiliar, Stoffe und deren geschickte Platzierung Räume neu zu definieren, ist die kreative Seite des Stagen. Die andere, nicht so spektakuläre (aber enorm wichtige) ist schlichtes Putzen, Kehren, Wischen. So erhielt die Dachwohnung alleine durch intensives Fensterputzen eine hellere, adrette Stimmung. Die Holztreppe wurde poliert und eingelassen, der über die Zeit abgenutzte Ziegelboden so gut es ging „reanimiert“, Topfpflanzen teilweise umgesetzt, gestutzt und mit neuer Blumenerde versehen. Die Summe aus Erfahrung, Kreativität und Pragmatismus zeitigt unterm Strich jenes Ergebnis welches auf den „Nachher“-Bildern abzulesen ist. Statement der Wohnungsinhaberin: „So sauber und hell war es hier noch nie!“

Resümee

Aufwand:
2 Tage, 1 Million Stufen, viel Kraft
Leihobjekte:
keine Möbel, nur wenige Accessoires

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